Kleine Steine, grosse Wirkung: Rubine in der mechanischen Uhr
„Was haben diese edlen Steine hier zu suchen?“, fragt Thomas Gronenthal von DuBois et fils – und wiederholt damit eine Frage, die ihm immer wieder gestellt wird. Rubine werden üblicherweise mit Schmuck und Kronen assoziiert. In mechanischen Uhren wirken sie auf den ersten Blick fehl am Platz.
Die Antwort des Uhrmachers ist dann auch weniger luxuriös als funktional: Es geht hier nicht um Dekoration, sondern um Reduktion von Reibung.
Warum Rubine unverzichtbar sind
In mechanischen Uhrwerken treffen permanente Bewegung und mechanischer Kontakt aufeinander. Rubinlager sorgen dafür, dass Zahnräder, Triebe und die Unruh mit minimaler Reibung laufen. In einem so fein verzahnten System wie einem Uhrwerk ist das von entscheidender Bedeutung.
Je reibungsloser die Abläufe sind, desto geringer ist der Energieverlust, der Verschleiss ist niedriger und der Gang ist stabiler, was wiederum die Genauigkeit und Langlebigkeit erhöht. Das verlängert auch die Wartungsintervalle.
Was die Steine leisten
Heute ersetzen synthetische Rubine die natürlichen Edelsteine von früher. An ihrer Funktion hat sich aber nichts geändert: Das Material ist extrem hart, fast wie ein Diamant.
Durch präzises Schleifen entsteht eine glatte, polierte Oberfläche. Sie sorgt dafür, dass winzige Öltröpfchen genau dort haften bleiben, wo sie gebraucht werden. So läuft ein mechanisches Uhrwerk maximal reibungsarm.
Mehr ist nicht besser
Die meisten hochwertigen Werke haben 17 bis 25 Rubine. Komplexere Komplikationen – wie etwa ein ewiger Kalender, Chronograph oder Tourbillon – benötigen mehr. „Aber", so der Uhrenexperte, "die Anzahl allein ist nicht entscheidend. Qualität und Platzierung der Steine sind ausschlaggebend." fasst Thomas Gronenthal zusammen.
Sichtbarkeit
Sichtbare Rubine haben ihren Reiz. Trotz ihres Durchmessers von ein bis zwei Millimetern sind sie im Uhrwerk erkennbar und schön anzusehen – vorausgesetzt, der Blick ist frei, beispielsweise dank eines Saphirglasbodens wie bei der DBF009.
Im "Maison DuBois et fils" lagern Tausende originale Lagersteine aus verschiedenen Schweizer Manufakturen in historischen Holzkisten. Ein Blick hinter die Kulissen in der Werkstatt zeigt, wo ihre Geschichte weiterlebt und wie sie heute verwendet werden.