Thomas Steinemann ist CEO von DuBois et fils. Werden Sie auch Aktionär*in der ältesten Uhrenfabrik der Schweiz.

10 Jahre Crowdinvestment

Es war Anfang des Jahres 2012, kühl und die Natur noch im Winterschlaf. John Walthert und ich besuchten an diesem Tag eine Firma in Genf, doch unser Meeting lief nicht wie geplant. Nachdenklich machten wir uns auf die Heimfahrt. Im Auto diskutierten wir über das Thema Crowdfunding. In Amerika gab es damals grosse Projekte, die durch die Finanzierung einer Gruppe von Menschen mit einem gemeinsamen Interesse — einer Crowd — ermöglicht wurden. Der Hype um Crowdfunding-Plattformen startete zu jener Zeit, war in der Schweiz aber noch weitgehend unbekannt.

Auf der Fahrt von Genf nach Basel zog die Landschaft ungesehen an uns vorbei, vertieft redeten wir über mögliche Zukunftsszenarien von DuBois et fils. In Murten lockten uns jedoch Hunger und Durst von der Autobahn an den See. Bei Weisswein und Eglifilets fiel uns dann eine Idee wie Schuppen von den Augen: DuBois et fils wird ein Crowdinvestment lancieren! Bereits im August 2012 starteten wir mit der Umsetzung. 

Start in die Zukunft

Unser Ziel war es, mit einem Crowdinvestment 150'000 Aktien zu CHF 10.00 zu verkaufen, um damit eine Kapitalerhöhung von 30% zu erreichen. Obwohl bereits damals die Digitalisierung im Aufwind war und der Onlinemarkt an Bedeutung gewann, schien unser Vorhaben mehr als ambitioniert. Es sorgte nicht nur in der Uhrenbranche für Kopfschütteln. Das Projekt sah sich mit vielen juristischen Herausforderungen konfrontiert, unter anderem gehörte der Umgang mit Rechtsfragen in den verschiedenen Ländern dazu. Ein Risiko war auch die Kommunikation: Wie lässt sich das Projekt bekannt machen? Wo sind die Leute, die sich für unser Unternehmen begeistern lassen? Trotz vieler Fragezeichen und mahnenden Fingern wagten wir diesen Schritt.

In den folgenden Wochen passierte viel — so viel, dass wir heute ein Buch voller Anekdoten über diese Zeit schreiben könnten. Ein Beispiel: Jemand beschwerte sich bei unserer Bank über das Vorgehen von DuBois et fils und verlangte die Sperrung des Kapitalerhöhungskontos. Die Person bezeichnete mich als «Madoff der Schweiz» und drohte mit einer Anzeige. Zum Glück wendete sich das Blatt nach einem längeren Telefongespräch: Ich konnte den Zweifler von unseren guten Absichten überzeugen. Anschliessend kaufte er Aktien für sich, seine Frau und seinen Sohn. 

Die Crowd als Ressource

Es herrschte damals nicht nur bei der einen Person, sondern generell eine Skepsis gegenüber unserem Crowdinvestment. Sich über das Internet an einer Firma zu beteiligen war vor zehn Jahren derart neu, dass wir in einem ersten Schritt Vertrauen zu unseren Aktionär:innen aufbauen mussten. Dank der Transparenz und der direkten Kommunikation mit den Menschen war es möglich, Misstrauen auszuräumen. Mit Argumenten überzeugten wir Interessierte und die Branche von unserer unkonventionellen Businessstrategie — schlussendlich mit Erfolg: Der Wind kehrte. Nur fünf Monate nach dem öffentlichen Angebot auf der Webseite hatten 587 private Investor:innen aus 21 Ländern für insgesamt 1.5 Mio. Schweizer Franken Aktien von DuBois et fils gezeichnet. Inzwischen setzt sich das Aktionariat von DuBois et fils aus mehr als weltweit 1000 Personen in über 30 Ländern zusammen. 

Der 10. August 2012 ist und bleibt in den Geschichtsbüchern von DuBois et fils etwas Besonderes: Damals drückten wir den Startknopf für das erste Crowdinvestment in der Uhrenbranche. Ein Wagnis mit (positiven) Folgen!

Fotorückblick

Anlass zum Crowdinvestment in Le Locle vor 10 Jahren.

Ein Schritt voraus

Smartphones und Tablets sind die Schaufenster von heute. Zahlreiche Unternehmen schaffen es nicht, angemessen und zeitnah auf die stattfindenden Veränderungen im digitalen Bereich zu reagieren und deren Möglichkeiten auszuschöpfen. Bei DuBois et fils starteten wir nebst dem Crowdinvestment schon früh mit dem Verkauf von Produkten über unsere Webseite. Damit sind wir eine der ersten Luxusmarken, die von Anfang an konsequent auf diesen Weg setzte. DuBois et fils erkämpfte sich inzwischen mit digitalen Lösungen, limitieren Uhren und historischen Uhrwerken einen soliden Platz in der Branche. Der Kreis der DuBois et fils-Uhrenliebhaber:innen wächst und wächst. 

DuBois et fils besticht als Marke mit einem innovativen Konzept. Die reale Welt wird mit der virtuellen vereinigt und trägt die Bedeutung des Schweizer Handwerks in Verbindung mit modernsten Technologien in die Welt hinaus — ein Gewinn für die Kundschaft und die Branche.

Das Unternehmen DuBois et fils haben wir seither gemeinsam in ein neues Zeitalter katapultiert und die Community wachsen lassen. Ich freue mich auf weitere 10 Jahre!

Thomas Steinemann
CEO DuBois et fils

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